Kapitel 8a: Auskundschaftungen
Luftschächte, wieso immer wieder Luftschächte?
Jade hatte sich Zeit genommen, einige Stunden zu schlafen und so ihre Kräfte zu regenerieren. Der Schlaf war nicht sonderlich erholsam, also schreckte sie immer wieder hoch. Nach einigen Stunden des Herumwälzens beschloss sie ihre Unruhe zu beenden und stand wieder auf, wusch sich und schrieb eine Nachricht auf einen Zettel, um sie vor die Mikrokamera des Ghosts zu halten. Sie wollte wissen, ob er die vermuteten Kameras in der Kammer deaktivieren könne.
Nach einer Suche hatte sie mehrere kleine fingerkuppengrosse Huckel an den Wänden gefunden, deren Bedeutung und Funktionsweise ihr nicht klar war. Der Ghost indes signalisierte durch Klopfzeichen, dass er an der anderen Seite der Tür war. Bevor es jedoch zu einer Kommunikation kommen konnte, wurde Jade Essen gebracht von einem weiblichen Besatzungsmitglied. Jade schreckte zurück, da sie deutlich mutagenischen Zerfall in der Frau mit platinsilbernem Haar spürte.
Sie aß, so schnell sie konnte, wartete dann ab und nahm wieder Kontakt mit dem Ghost durch Klopfzeichen auf. Dieser signalisierte, dass die Luft rein wäre. Jade tastete telekinetisch in die Schließ-Systeme der Tür und öffnete sie. In dem Moment begannen die Triebwerke des Schiffes ein leichtes Summen durch das Schiff zu senden. Es begann sich zu bewegen!
Draußen auf dem Flur angekommen, erschien der Ghost aus der Unsichtbarkeit und gemeinsam schlichen sie durch den Gang und huschten durch eine Oberluke der Luftschächte in eben jene. Es war eng und dunkel drin und so robbten sie entlang der Gänge. Da von außen gesehen das Schiff sicher mindestens 9 Kilometer maß, schätzten beide die Chancen, dass sie das Schiff voll erkunden könnten und genug Zeit haben würden, für äußerst gering ein.
Durch eine glückliche Fügung aber konnten sie eine Unterhaltung auf dem Flugdeck überhören. Zwischen einem Techniker der veraltet wirkenden Jäger und der Dame mit dem platinblonden Haar, die das Essen gebracht hatte. Die Quintessenz des Gespräches war:
- Unwichtige Sektionen des Schiffes würden heruntergefahren werden, da das Schiff von außen durch ein unbekanntes Schiff in Kreuzergrösse gescannt werden würde. Das Schiff sein von filigraner Bauweise und aus einem goldenen Metall gefertigt. Den beiden Lauschenden wurde schnell klar, dass es sich um einen Sik'lash Kreuzer handeln würde.
- Es gibt offenbar einen Sprungtechniker namens Esteban, dem es nach dem Sprung in das heimische Solarsystem nicht gut ging, der im Lazarett sei, aber wieder auf dem Weg der Besserung sei. Dennoch sei seit 1999 (!) nicht mehr alles in Ordnung mit diesem Sprungtechniker.
- Die Systeme, die deaktiviert werden würden, sind: Triebwerke, Gravitation, Beleuchtung, Heizsysteme in den nicht-sensiblen Bereichen
- Es gibt ganze Familien an Bord des Schiffes, Habitate, hydroponische Farmen, Erholungsbereiche. Offenbar sind um die 400 Mann an Bord. Das Schiff würde mehrere Tausend jedoch fassen. Die beiden Lauscher assoziierten sehr schnell, dass es sich um eines der verlorenen Weltenschiffe handeln könne.
Nach dem Ende des Gespräches verließen die Gesprächspartner das Flugdeck und Jade, als auch der Ghost kletterten weiter durch die Röhrensysteme, in der Bewegung durch die Schwerelosigkeit beeinflusst. Dabei trafen sie auch einen Wartungsroboter, der die Stanzung "U.S. Army" an der Seite trug....
Da sie das Zeitgefühl verloren hatten und auch Gefahr liefen, die Orientierung zu verlieren, kehrten sie wieder zu Jades Zelle zurück. Doch zuvor hatten sie einen Plan gefasst!
Jade würde die Laserkarabiner mit ihrer neu gewonnenen Kraft aus dem Waffenschrank der Valkyrie zu sich teleportieren, dann wird sie ihre Kameraden befreien. Gemeinsam machen sie sich zum Lazarett auf, um den Sprungtechniker zu kidnappen. Mit Ihm an Bord fliehen sie von dem Großschiff und nutzen den Sprungtechniker als lebendiges Schutzschild, um sich zum Sik’lash Kreuzer zu bewegen und von Ihm geschützt zu werden. Den Sprungschifftechniker setzen sie in einer Rettungskapsel aus und übergeben Ihn erst dann wieder somit dem Groß-Schiff. Beide waren sich klar, dass nur jemand sehr wichtiges für das mysteriöse Schiff wertvoll genug war, um nicht direkt zerstört zu werden.
Jade äußerte noch die bloße Möglichkeit, es handele sich um nicht mutierte Aberranten. Der Ghost wollte von all dem nichts wissen und sagte nur, dass er dann dafür sorgen würde, dass der Reaktor des Schiffes überlädt, um diese Mißgeburten zu Staub zu verwandeln. So trennten sich vorerst wieder ihre Wege. Jade schloss sich ein, voller Zuversicht, um wieder im Schlaf Kraft zu tanken, der Ghost ging auf Tauchstation, um den rechten Moment abzuwarten.