Kapitel 6: Die Klinge zeigt sich
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19. Februar 1928
Blake
Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zu Brass. Wie immer überwältigt mich der Anblick der alten Fabrikhalle voller Dinge, die sich in keine bekannte Kategorie einordnen lassen. Elaine arbeitet gerade an dem Prototyp eines kleinen Zeppelins. Währende unseres Gesprächs erzählt sie mir, daß eine Frau, deren Beschreibung sehr gut auf Ashley Frost passt, vor eingen Tagen bei ihr gewesen ist. Allerdings hat Brass sie rausgeworfen. Sie verspricht am nächsten Tag einen Fernstecher für mich zu haben.
Kurz bevor ich in meinem Wagen das Hotel wieder erreiche fährt mir ein schwarzer Horch so unglücklich in das Heck, daß ich die Kontrolle über das Auto verliere und es zu einem Unfall kommt, in den auch noch zwei weitere Wagen verwickelt werden. Obwohl der Fahrer mir scheinbar aus Unachtsamkeit reingefahren ist, weiten sich seine Augen als er mich erkennt, er zieht eine Pistole und schießt auf mich. Er verfehlt mich knapp und ich rolle mich unter einem Wagen in Deckung. Der Typ und sein Beifahrer scheinen Deutsche zu sein. Als ich mich neben dem Wagen aufrichte kann ich gerade noch erkennen, wie der zweite seine Platzwunde heilt! Ich stürze mich auf ihn und er dankt es mir mit einem ordentlichen Tritt in die Brust. Noch während ich versuche mit ihm fertig zu werden nähert sich mit lautem Wummern der Zeppelin der Deutschen, der schon Ashley Frost aus der mandschurischen Botschaft gerettet hatte. Aus einer Bodenklappe fällt eine metallene Scheibe, aus der sich rasend schnell eine Rauchwolke löst. Ich kann mich gerade noch aus seiner Reichweite retten. Einige Gestalten seilen sich aus dem Luftschiff in den Rauch ab. Das nächste, was ich sehen kann ist die Chinesin, die mit einem Schwert aus der Wolke kommt. Noch während sie auf mich zukommt löst sich das Schwert in Nichts auf. Plötzlich zerreißt eine Explosion die Stille. Als wieder Ruhe einkehrt bietet sich ein Bild des Schreckens, Tote und Verletze, wo auch immer man hinsieht. Minh-Cai und ich können nicht mehr viel tun und ziehen uns in das Hotel zurück. Sie erzählt, daß ihr im Rauch ein Schwert erschienen ist, als ihr Leben bedroht war. Lil erzählt, Cho wäre während dieser Zeit verschwunden gewesen. Ich bin froh bald darauf im Bett verschwinden zu können.
20. Februar 1928
Blake
Der Morgen beginnt nicht allzu gut, meine Brust schmerzt zwar nicht mehr ganz so sehr, aber der Portier Marcus überrascht mich mit der Zeitung. Auf der Titelseite prangt ein Photo von mir, offensichtlich gestern aufgenommen. Der Artikel behauptet, ich wäre wegen mehrfachen Mordes und Raubes gesucht und avisiert eine Belohnung von 1.000.000$. Marcus selber glaubt aber nicht an die Vorwürfe und bemerkt, ich könne das Hotel nicht mehr durch die Vordertür verlassen. Er zeigt mir einen geheimen Gang, der direkt aus der Suite in alte Teile der Kanäle und von dort aus auf einen Hinterhof führt.
Doch die Zeitung hält noch weitere Überraschungen bereit. Ein weiterer Artikel berichtet, daß vor zwei Wochen in einem versunkenen Tempel in Indien ein kinderfaustgroßer Rauchdiamant entdeckt wurde. Der Schliff des Steins soll so perfekt sein, daß er fast von selber leuchtet. Der Tempel war der Göttin Shiva als Herrin der Erde verehrte. Ist nun auch der Stein der Erde aufgetaucht?
Wir beschließen nocheinmal den Shan-Chu aufzusuchen, bevor ich von Elaine den Fernstecher hole, um ihm von dem Stein der Erde zu berichten. In Chinatown angelangt erweist es sich als nicht so leicht Kontakt mit ihm aufzunehmen. Erst der Wirt einer Reisbar weist uns mit kryptischen Hinweisen den Weg zu einem kleinen Jungen, mit dem wir uns eine Art Rennen durch die engen, überall gleich aussehenden Gassen der Stadt in der Stadt liefern. In einem unscheinbaren Haus treffen wir auf den wie immer unter einem Reishut verborgenen mystriösen Mann. Er erzählt, daß er zwar in Indien keinen direkten Einfluß hat, aber durch Kontakte versucht den Stein zu beschützen. Dieses ganze mysteriöse Gehabe, hinter dem sich doch niemand anderes als der Kopf einer Verbrecherband steckt, beginnt mich zu nerven. Wir beschließen ersteinmal unseren Weg nicht zu verlassen und die Vase zu stehlen, um danach zu sehen, was mit dem Stein der Erde ist.
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