Kapitel 1: Empfang in der mandschurischen Botschaft
Inhaltsverzeichnis |
10. Februar 1928 - Chicago
Blake
Aus der Zeitung erfahre ich, daß der mandschurische Botschafter Xiang Lao in drei Tagen einen großen Empfang in der ehemaligen chinesischen Botschaft geben wird. Geladen sind Wirtschaftsgrößen, Prominenz aus Chicago, aber auch Botschafter verschiedener Staaten. Mein Interesse wird durch die Ankündigung geweckt, daß dort das Mandschurische Auge, ein kinderfaustgroßer Saphir, ausgestellt werden soll. Ich beschließe, daß diese Feier nicht ohne mich stattfinden kann und kontaktiere einige Bekannte, um mehr über den Empfang und den Stein herauszufinden.
Minh-Cai
Mein "Auftraggeber" bei den Triaden kommt in den Imbiss meiner Eltern, um mir einen neuen Auftrag zu erteilen. Ich soll auf einem Empfang (getarnt als Angestellte) in der mandschurischen Botschaft ein Paket abliefern, dass ich erst auf dem Empfang erhalten werde. Auch der Empfänger wird mir erst dort mitgeteilt. Ich suche Rat bei meinem Großvater, der die Steine befragt und mir mitteilt, ich solle mich vor dem weissen Leopard, der lautlos durch den Schnee gleitet, in acht nehmen.
12. Februar 1928 - Chicago
Blake
Es scheint, daß ich nur als Begleiter einer geladenen Dame Einlass zu dem Empfang bekommen kann. Schnell finde ich ein Ziel meiner Bemühungen, Hannah Rosenthal, die Tochter des deutsch-jüdischen Bankiers Moses Rosenthal. Die Boulevardpresse berichtet häufig über die junge Frau, sie treibt sich gerne in zweifelhaften Bars herum. Es gelingt mir sie in einer zwielichtigen Hafenkaschemme zu finden, die Shannon O´Brian gehört, den ich kenne. Nachdem ich das Mädchen in Aktion erlebe, verabschiede ich mich von dem Gedanke sie aus einer von mir inszenierten Notlage zu befreien und spreche sie direkt an. Sie ist faszinierend und wirkt nicht, als wäre sie erst 17. Schnell steht die Verabredung für den nächsten Abend.
Minh-Cai
Wenige Tage später erhalte ich ein Paket mit der Kleidung, die ich für meine Tarnung brauche. Am Tag des Empfangs ist der letzte Tag des chinesischen Neujahrs-Festes, das Laternenfest. Ein bisschen ärger ich mich schon, dass ich nicht dabei sein kann, weil ich das Paket überliefern muss, aber ich hoffe, dass der Auftrag nicht allzulange dauert und ich so später am Abend mit meiner Familie und meinen Freunden feiern kann.
13. Februar 1928 - Chicago
Blake
Hannah holt mich in einer Limousine an meinem Hotel ab und bald fahren wir an der ehemaligen Botschaft vor. Es verspricht ein amüsanter Abend zu werden, der auch einige illustre Gäste bereithält. Direkt vor uns kommt Ashley Frost in einem schneeweißen Wagen an und auch die chicagoer Mafia darf nicht fehlen. Lautstark trifft Johnny Torrino mit seinen Leibwächtern ein. Diese sind es dann auch, die den gemütlichen Teil des Abends ausklingen lassen, als sie einen Disput mit einer kleinen Chinesin mit Waffengewalt austragen wollen. Diese stellt sich allerdings als wehrhafter heraus als gedacht und wird spielend mit einem halben Dutzend der Mobster fertig. Zu meinem großen Bedauern nutzt Miss Frost die Ablenkung um den Saphir zu stehlen, wird doch wieder von der Chinesin aufgehalten. Ich versuche meine Chancen auf den Stein zu wahren, kann aber nicht verhindern, daß die Chinesin ihn bekommt. Über dem Botschaftsgebäude ist inzwischen ein deutscher Zeppelin aufgetaucht und Ashley entkommt durch eine Strickleiter. Als Hannah, die Chinesin und ich uns alleine in der Botschaft wiederfinden und die Leiche des Botschafters entdecken, während die Sirenen der Cops nähern, beschließen wir uns erstmal abzusetzen. Schnell finden wir ein Taxi, das uns zu meinem Hotel bringt.
Minh-Cai
Der Abend des Empfangs startet ohne größere Zwischenfälle. Ich werde mit ein paar anderen Mädchen zur Botschaft gefahren, wo die ersten von einem hünenhaften Chinesen auch schon aussortiert werden. Der Rest der Mädchen inklusive mir folgt ihm in die Botschaft. Dort ziehen wir uns um und ich versuchen, Cho, den Drachen der 5 Donner, der mich in der irdischen Gestalt eines Geckos begleitet, auf einem Schrank zu platzieren. Eigentlich sollte er den Rest des Abends dort auf mich warten, doch er hatte andere Pläne... Als wir umgezogen sind, erklärt uns der Riese, wie wir uns zu verhalten haben und wie der Ablauf des Abends ist. Dann treffen auch schon die ersten Gäste ein. Als wir auf der Eingangstreppe Spalier stehen merke ich, wie etwas mein Bein hochkrabbelt - Cho hatte keine Lust mehr zu warten. Viele hochangesehene (oder solche, die es gerne wären) Leute kommen zum Empfang. Unter ihnen auch so ein Kotzbrochen von der Mafia, Johnny Torino, der sich nicht grade beliebt macht und dessen Leute auch ganz offensichtlich Waffen tragen. Der Botschafter Xing-Lao ist natürlich auch anwesend. Arrogant wie er ist trägt er eine Uniform ganz in purpur, der kaiserlichen Farbe. Am Liebsten hätte ich ihm vor die Füße gespuckt, angesichts einer solchen Frechheit. Im Verlauf des Abends erhalte ich mein Paket von einer unbekannten Person, dessen Arm allein ich zu sehen bekomme. Dummerweise ist es auch noch Johnny Torino, an den ich das Paket abliefern muss. Als ich bei ihm ankomme, beklagt er sich über das Essen und ob es keine Soße zu den Nudeln geben würde. Ich reiche im Sambal, doch offenbar ist ihm das zu scharf und er fragt mich aufgebracht, ob ich ihn umbringen wollte. Ich verhielt mich still, um ihn nicht zu provozieren und holte etwas zu trinken. Bei der Gelegenheit schob ich ihm unauffällig das Paket auf den Tisch. Währendessen präsentierte Xing Lao das mandschurische Auge unten auf der Bühne. Aus irgend einem Grund zogen die Männer der Mafia plötzlich ihre Waffen und zielten auf mich, was einigen Tumult auslöste. Wenig später kam der Riese hinzu und auch Xing Lao, doch die Mafia beruhigte sich nicht. Als einer der Männer schiessen wollte, ging ich dazwischen - und dann brach die Hölle los. Ich stellte die Männer der Mafia kalt und bekam grade noch mit, wie eine Frau mit heller Haut und hellen Haaren sich grade daran machte, das mandschurische Auge zu stehlen. Ich vereitelte ihren niederträchtigen Plan und konnte das Auge an mich nehmen. Ein merkwürdiger Mann und ein Mädchen standen plötzlich vor mir. Und wir verfolgten die Frau, als wir ein Brummen aus der Luft hörten - ein Zeppelin. Die Frau floh. Nun stand ich da, mit dem Saphir in der Hand, was den gierigen Blicken des Mannes und der Frau nicht entgangen war. Vor ihnen musste ich auf der Hut sein, das wusste ich. Wir liefen wieder nach vorne, ich wollten das Auge zurück an Xiang Lao geben, doch als ich ihn fand, war er tot. Er hatten einen Kopfschuss. Niemand war da, an den ich den Stein hätte aushändigen können. Jeder würde glauben, ich hätten den Stein gestohlen. In meiner Panik stieg ich zusammen mit dem Mann und der Frau, die sich mir als Lucian Blake und Hannah vorgestellt hatten, in ein Taxi, um in irgendein Hotel zu fahren, wo es angeblich sicher wäre.