Kapitel 12: Central Command

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Inhaltsverzeichnis

Planung des weiteren Vorgehens

Voerst beschliessen Artem und Jade ihre Habitate zu beziehen und checken aus dem Hotel aus. Nach einer kurzen Turbolift-Fahrt und einigen Korridoren, kommen sie an die Zugangsschleuse der Habitate auf Level 3, welche durch einen Sicherheitsmann bewacht wird. Sie autorisieren sich und gehen durch die Schleuse. In Inneren der Habitatskoridore ist es angenehm hell beleuchtet, der Boden dämpft die Schritte. Das scheint ein Bereich zu sein, der wohlhabenden Stationsbewohnen reserviert ist. Ihre Habitate sind durch Kartenscanner geschützt und nachdem sie auch diese kleine Hürde hinter sich gebracht haben, beziehen sie ihre künftigen Wohnungen. Für Habitate sind sie aussergewöhnlich groß dimensioniert, nahezu 4 x 4 Meter inkl einer kleinen Kochnische und einem angegliederten Multifunktionsbad. Die Einrichtung ist spärlich, aber zumindest sind Bett, Tisch und ein paar Stühle nebst versenkbaren Regalen vorhanden. Von viel Detailliebe kann jedoch nicht gesprochen werden.

Gespräch mit Marsden

Nachdem die beiden kurz ihr Hab und Gut abgelanden haben, führt Sie ihr nächster Weg zu dem Sicherheitsbeautragten Lindsey Marsden, einem ehemaligen Legionär, der, wie sie bereits zuvor erfahren hatten, mehrere Schwerverbrecher der Station um sich geschart hatte und diesen Sitte und Anstand beibrachte und sie fortan zur Sicherheitsgarde der Station gemacht hatte. Sie fanden Ihn nach einem Anruf in seinem Büro vor, wo er mit den Füssen auf dem Tisch eine Zigarre rauchte und auf einen archaischen Flachbildschirm sah. Der Avatar des Comps trug den Namen Veronika - der Name seiner Exfrau, wie das Team später von Ihm erfuhr mit der Begründung, dass er wenigstens so einmal im Leben seiner Frau was befehlen könne. Auffällig an Ihm war noch eine alte Armband-Uhr aus dem ausgehenden 20. Jahrhundert.

Das Vorhaben, ein Verhör zu mit dem inhaftierten Schläger, der sie zuvor versucht hatte, zu töten, sollte geführt werden, doch zuvor stellte das Team die Frage, wie sich eine Zusammenarbeit gestalten könne, da sie ja Konzernsicherheit wären und er Stationssicherheit. Er entgegnete, dass Fuyoshi extraterritorialer Raum wäre, daher sein Gesetz und das von Central Command gelte und er es daher wie früher Geheimdienste halten würde und private Sicherheitsagenturen. Er erwähnte noch einen gewissen Dick Tracy, wer immer das auch sei. Das heisst, dass SDU 003 durchaus Ihren Aufgaben frei nachgehen kann, dass er aber erwartet im Falle von Interessekollsionen mit dem Interessen von Fuyoshi oder einer Gefährdung der Station informiert zu werden und dass man dann von Fall zu Fall entscheiden würde. Das Team erklärte sich einverstanden damit.

Nun erschien auch Craig, der Telepath, den das Team zuvor aus einer kurzen Nacht geweckt hatte und um dessen Unterstützung sie gebeten hatten. Craig war dabei, um den Wahrheitsgehalt des Aussagen des Schlägers zu prüfen und Ihn ggf zu Antworten zu zwingen.

Ein Verhör

Alle vier gehen in den Zellentrakt und der Gefangene, der auf den Namen Bob hörte, wird in einen Verhör-Raum gebracht, der lediglich mit einem Tisch und 4 Stühlen bestückt ist. Der Schläger zeigt sich zuerst trotzig, doch Craig bricht seinen Willen und weist jenen an, voll und wahrheitsgemäß auf die Fragen von Jade und Artem zu antworten. Danach geht das Verhör seinen Gang. Viel wertvolles großes ist jedoch nicht herauszufinden, doch liegen die Tücken in den Details, die bedeutungsschwanger waren.

Er und drei andere nennen sich die 'Höllischen Vier' und leben in einem stillgelegten Tunnel in den Unterdecks. Offenbar sind es Brüder. Jean, eine violetthaarige Frau mit Augenklappe sei zu Ihnen gekommen und habe Ihnen angeboten, sie zu beschützen, wenn sie sich ihrer Armee anschliessen. Die Space Tigers seien nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Anführers auch bereits in ihrer Armee. Sie planen grosses. Was genau, wusste Bob nicht. Craig wirkte während des ganzen Verhörs überaus konzentriert und zuckte mehrfach zusammen.

Bob erzählte Ihnen noch, dass sie nicht viel machen für Jean - vermutlich Bloodripper Jeanette - nur ihr meist in der Drecksarbeit zur Hand zu gehen. Bob beschrieb dem Team noch den Weg zu Ihrem Versteck. Craig ließ Ihn vergessen, dass er befragt wurde und ein Wärter brachte Ihn in seine Zelle zurück.

Als das Team und Marsden den Raum verliessen, merkte Craig auf Jades Frage an, dass bereits ein anderer Griff auf dem Geist des Schlägers sei, aber er nicht genau festmachen konnte, was das sei. Mit einem Nicken bedankten sich Artem und Jade und Craig ging, um seinen verdienten Schlaf zu bekommen.

Marsen wollte wissen, wie es nun weitergehe, sie antworten, dass man einige Nachforschungen machen müsste, aber auch noch Fragen haben würde. Zusammen gingen sie wieder in das Büro des Sicherheitsbeauftragten.

Dock 27

Kurz fassten die drei nochmal das Verhör zusammen. Der gedankliche Schritt von Jean zu Jeanette war nicht allzuweit und so entschloß man sich, den Dingen nachzugehen, da ggf ein direkter Zusammenhang zwischen dem Auftrag der ABI SDU 003 und den Vorfällen herrschte.

Artem hatte jedoch noch eine Frage, ob es in der Vergangenheit bereits zu Todesfällen kam, bei dem in der Autopsie erhöhte Schwermetall-/Cadmium Werte im Blut nachgewiesen werden konnten. Lindsey Marsden ließ dieses in den Datenbanken prüfen. Dabei kam heraus, dass es vor gut drei Jahren in Dock 27, einem Frachterdock zu einem Reaktorbrand kam und dabei ein Techniker getötet wurde. Dieses Dock wurde anschliessend von einem auf strahlungsschäden spezialisierten Unternehmen der Van Raan Stiftung untersucht und auf Anraten dieses Unternehmens abgeriegelt, da man der Strahlung nicht Herr werden könne.

Mehr gab es nicht an verwertbaren Informationen und so verliessen Jade und Artem das Büro des Sicherheitschefs. Beide wollten einigen Indizien nachgehen und so verabredete man sich zu einem späteren Essen und ging für einige Stunden getrennte Wege.

Nachforschungen

Van Raan Foundation

Artem forschte in den Datenbanken, die dem ZeroNet zugänglich waren, was er über die Van Raan Foundation herausfinden könne. Dabei ergaben sich erschreckende Details. Der Vorsitzende der Van Raan Stiftung war niemand anderes als Patrice Willhom, einem der Hauptangeklagten des Huang-Marr-Skandals, der vor zwei Jahren wegen Verbrechen gegen die Menschheit durch eine Giftspritze hingerichtet wurde.

Desweiteren fand Artem heraus, dass das Büro der Van Raan Stiftung auf Deck 6 ausgebrannt sei seit einem Jahren, angeblich wegen eines Kabelbrandes

Space Tigers

Jade, die das Zusammentreffen mit den Space Tigers und dem Menschen, der sich in Stahl verwandeln konnte, noch gut in Erinnerung hatte, widmete sich diesem Thema zu. Sehr frech direkt im ZeroNet des Station zugänglich wurde sie schnell fündig und fand deren Website, die schreiend bunt aufgemacht war und von einem Hologramm eröffnet wurde, dass ein sich öffnendes Tigermaul darstellte. Auf der Website war nicht allzuviel zu finden, es schien sich mehr um ein Forum zu handeln, in dem Witze und News ausgetauscht wurden. Eines der Unterforen jedoch wirkt befremdend, denn es ist voll von kurzen Notizen, allesamt in bildlicher Form, sowie zB "Die Springerin ist auf dem Brett" -- Eiserner König oder auch "Ein neues Alphatier ist unter uns - wir wandeln im Garten der schwarzen Lilie". Die Zeichen zu deuten war aufgrund der Vorkenntnisse und Erlebnisse nicht all zu schwer. Wer jedoch die Springerin ist, war nicht ganz klar.

Jade registriert sich unter einem unauffälligen Nickname, setzt einen spitzen Kommentar unter letzter Meldung, wird dafür auch geflamed. Jade nutzte ein offen zugängliches Terminal in den Fluren der Habitate.

Dockschliessung

Artem nimmt sich mehr Zeit und versucht herauszufinden, was oder wer genau tatsächlich letztendlich eine Dockschliessung veranlassen kann. Letztendlich ist Fuyoshi ein Umschlagspunkt für Händler im gesamten Asteroidensystem und so geht er der Sache mehr nach. Er findet Hinweise in einer uralten Protokolldatei, dass der "Rat der Ebenen" einer Dockschliessung zustimmen muss. Jedoch gibt es einen derartigen Rat nicht (mehr).

Auch Jade findet Hinweise auf die Ursachen zur Schliessung eines Dockes. Offenbar wurde die Autorisation von Central Command gegeben. Der Name nun tauchte einmal zu oft auf und zuvor war das eigentliche Stationskommando eher unwichtig. Nun aber forscht auch sie nach und landet durch viele viele gewählte Links auf einem passwortverschlüsselten Bereich, zu den sie keinen Zugang findet. Die optische Gestaltung dieses Bereiches ließ bereits auf bedeutsame Daten schliessen

Jade und Artem schliessen sich kurz, essen eine Kleinigkeit in einem Korridor-Restaurant und beschliessen, nochmal zu Marsden zu gehen.

Zurück bei Marsden

Unsere Protagonisten sprechen nochmal mit Marsden und würden gerne jemanden von Central Command sprechen, um mehr zu erfahren über die Vorgänge. Marsden sagte Ihnen, dass sie dann mit Warteschlangen zu rechnen haben. Er habe selbst seit fast drei Jahren niemanden von Ihnen mehr gesehen, würde nur seine Berichte schicken und auch Antwort erhalten, die nur sehr knapp und sehr formell ausfallen. Das Team wollte nicht glauben, was sie hören, Marsden entgegnete dass er ganz froh wäre, wie es lief, da er genug zu tun habe und nicht auch noch seine Zeit vergeuden wollen würde, um mit Schlipsträgern zusammen zu sitzen. Für Ihn wäre das so gut, wie es ist. Artem spricht den Zusammenhag Huang-Marr und Van Raan an und äussert offen die Befürchtung der Gefährdung für die Station. Auffällig war, dass das Datenbank-Segment über die Dochschliessung beschädigt war und nicht gelesen werden konnte.

Das Team insistierte jedoch und wollte wissen, wann Marsden das letzte Mal mit Central Command gesprochen habe. Er sagte, dass das vor drei Jahren gewesen wäre, kurz bevor es zu den Unruhen in den Ebenen gekommen wäre, wonach die Sufficient Intelligence (SI) von Central Command das Sicherheitsprotokoll Alpha etabliert habe und Central Command abgeschottet hat. Ein kurzes Schweigen tritt ein, als Marsden plötzlich etwas bleich wird und den Stationsavatar anfragt, ob das Sicherheitsprotokoll noch in Kraft wäre. Einige Sekunden weiteren Schweigens traten ein, als der Avatar dies bejahte.

Marsden dämmerte ein furchtbarer, nie bedachter Verdacht und er forderte ein Team von Sicherheitskräften in voller Gefechtsmontur an. 6 Mann standen 20 Minuten später in Ausschreitungsrüstung und bewaffnet mit Repulsor-Gewehren bereit. Marsden sagte dem Team noch, dass er die Befüchtung hege, dass wegen der Unausgereifheit des Systems die Abschottung von Central Command noch in Kraft wäre und das aufgrund der eh niederen Zeitverfügbarkeit des Commandos nie recht aufgefallen wäre.

Gemeinsam mit dem Team machte man sich auf zu den Zugangschleusen zum Zentralkern der Station.

Sicherheitsprotokoll Alpha

An den Schleusen angekommen verwehrte das System den Zugang über Marsdens Autorisationskarte auch nach wiederholtem Versuch, selbst über einen DNA Scanner. Marsden ließ einen kontrollierten Sprengsatz anbringen an der Bioverglasten Schleuse. Einige Schaulustige versammelten sich und beobachteten neugierig das Treffen. Als die Tür gesprengt wird, fährt in dem Gang dahinter ein vollautomatisiertes Geschütz aus der Decke und beginnt plasmageladene Hartschalenmuniton in den Gang zu spucken. Jade reagiert geistesgegenwärtig, formt ein telekinetisches Schutzschild, Marsden lässt die Einheit sich hinter die Tür zurückziehen. Dennoch wird einer der Sicherheitsmänner von den Geschossen getötet, die glatt seinen Brustkorb durchschlagen. Hinter dem Team bricht Panik aus, Marsden fordert weitere Leute an, um den Gang freizuhalten und die Schaulustigen wegzutreiben und zugleich zu schützen.

Kurz denkt man nach, wie man das Geschütz deaktivieren könne. der Sicherheitschef könne die Aufhaltung schmelzen, bräuchte aber an der Aufhängung eine Hitzequelle, telekinetisch sei er zu schwach, um die Kraft aufzubringen, die Verankerung rauszureissen. Jade übernimmt diese Arbeit und das Geschütz kracht zerstört zu Boden. Die Einheit rückt vor und kommt an einer mehrfach versiegelten Hart-Plasteel-Schott-Tür nicht weiter. Marsden beginnt nochmal das Sicherheitsprotokoll aufzufordern, Ihnen Zugriff zu gewähren. Das Sicherheitssystem verneint dieses und beginnt Routinen zu starten, um eine Vollverteidigung auszulösen. Marsden erklärt, dass dieses das Absprengen der Central Command Einheit sei, die als eigenaktives Shuttle fingieren könne und selbst Kurs auf die Erde nehmen würde.

Nun beginnt es hektisch zu werden. Es ist mittlerweile klar, das CC seit drei Jahren abgeschottet ist wegen eines Systemfehlers, dass niemand mehr jenseits des Schotts lebt, dass die Berichte des Sicherheitschefs deswegen so neutral beantwortet wurden, weil sie eine Maschine geschrieben hatte. Gemeinsam versuchen die Teamgefährten und Marsden immer wieder die Aufmerksamkeit des Protokolls auf sich zu lenken, es in Widersprüche zu verheddern, widersprüchliche Anweisungen zu geben. Immer wieder weist das Protokoll an, dass eine Öffnung nur von Innen geschehen kann, immer wieder weisen sie das System an, das Innere des Kommandokerns nach Lebenszeichen zu scannen. Das Protokoll reagiert immer verwirrter, beginnt Funktionsstörungen aufzuzeigen und stürzt letztendlich ab. In diesem Moment geht auf dem ganzen Asteroiden die Energie aus und alle Systeme brechen zusammen.

Es wird finster...

Ein neuer Anfang

Nach drei Minuten springen die Reaktoren wieder an und sämtliche Systeme fahren hoch. Die Einheit öffnet das schwere Schott mechanisch und findet im Inneren des Kommandokerns 6 Leichen, zusammengekrümmt, mumifiziert, in Körperhaltungen, die auf Verzweiflung und Angst schliessen lassen. Als das System vollends hochgefahren ist und das Sicherheitsprotokoll offenbar nicht mehr in Kraft ist, kommt es zu einer folgenschweren Systemaufforderung durch die internen Lautsprecher.

Re-Initialisierung abgeschlossen. Erwarte Eingabe des primären Kommandanten

Kurz herrscht Stille, Blicke wechseln hin und her, dann seufzt Marsden auf und nickt und autorisiert sich. Danach erbittet das System weitere Kommandoposten. Commander Marsden öffnet einen Kanal zur medizinischen Station und zur zentralen Energiereaktoreinheit und fordert zwei Personen auf, zum Zentralkern zu kommen: Dr Benjamin Walther und einen russischen Ingenieur namens Yuri Yuschenkow. Beide kommen, er erklärt Ihnen kurz den Sachverhalt und beide willigen leicht unsicher ein.

Ein neuer Kommandostab ist entstanden, an einem der wohl bedeutendsten Orte des Inneren Sonnensystems seitdem zweiten Chromatenkrieg und dem Auftauchen der Sik'lash.

Marsden wendet sich dem Team zu, bedankt sich überschwenglich und sagt noch, dass er hofft, dass die Erde bald Ersatz sendet, aber Jade beendet den Satz, den er begonnen hat ..."und das wird Jahre dauern!"

Marsden nickt, das Team zieht sich zurück, da nun einiges an Arbeiten warten, bei denen das Team nicht helfen kann. Jade fällt entkräftet ins Bett, Artem begiebt sich zur medizischen Station. Die Zahl der Unfälle in der Zeit des BlackOuts ist erwartungsgemäß hoch, doch hat nur Glück es zu verschulden, dass es lediglich zu drei Todesfällen kam.

Anerkannte EP: 5

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